Eine Gedenkstättenfahrt mit Jugendlichen zum Nagelkreuzzentrum KZ-Gedenkstätte Dachau bietet das Kinder- u. Jugendreferat im Evangelischen Kirchenkreis Lüdenscheid- Plettenberg (Nagelkreuzzentrum Meinerzhagen/Nordhelle) Mitte Juni über Fronleichnam an. Anmeldungen von Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 26 Jahren sind möglichst bis Ende März erbeten, Rückfragen bitte an Stefan Schick, schickstefan@hotmail.com.

Zur Situation in der Ukraine erreichten uns vor wenigen Wochen einige persönliche Zeilen des amtierenden Bischof der Ev.-Luth. Kirche der Ukraine. Angesichts der aktuellen Entwicklungen eine Momentaufnahme, die schon fast wieder überholt ist: Um zu verstehen, warum die Eskalation der politischen Situation in der Ukraine, vor allem in Kiew, so ungewöhnlich ist, muss man zuerst wissen, dass die Menschen im Land gewöhnlich sehr geduldig und abwartend sind: Sie erwarten nicht viel von ihrer Obrigkeit. Zudem ist Ukraine, verallgemeinernd gesagt, im Blick auf die Anbindung an die EU geteilt nach Ost und West. Auslöser der aktuellen Demonstrationen war nach meiner Einschätzung zum einen die Haltung von Präsident Janukovich, der schlussendlich ‚die russische Karte‘ gespielt hat, obwohl er zuvor relativ deutliche andere Signale gesendet hatte. Zum anderen war es der Ausbruch von Gewalt seitens der Sicherheitskräfte gegen friedliche Demonstranten Ende November („sie schlagen Kinder!“), die gewaltsame Räumung der Barrikaden Mitte Dezember. Zusätzlich angefacht wurden die Proteste durch den brutalen Angriff auf die Journalistin Tetjana Schornowil.
Ich kenne die Stadtgeographie zwischen Chreshatik, Maidan und dem Präsidentenpalast gut; die Berichte, die ich in der elektronischen Ausgabe der englischsprachigen „Kyiv Post“, aber auch etwa in ZEIT online gelesen habe, scheinen mir ein realistisches Bild zu zeichnen: Es ist der wuchtigste und für die Regierung gefährlichste Ausbruch von Protest seit der „orangenen Revolution“.
In einer hierarchisch strukturierten Gesellschaft wie der der Ukraine ist auch ganz klar, dass sich die Proteste auf die Hauptstadt konzentrieren. Die Provinz wird kaum wahrgenommen. Und natürlich ist – das wissen alle – Kiew das alte Symbol für die Macht und den Glanz der Ukraine (Taufe der Kiewer Rus 988), bevor dann die Herrscher gen Norden und Nordosten (Nowgorod und Moskau) abwanderten.
Der englische Botschafter sagte mir einmal sinngemäß über die politische Lage: Wer Kiew hat, hat das Land, wer Kiew verliert, verliert das Land.
Von Odessa aus (hier ist es ganz ruhig) ist schwer zu beurteilen, ob z.B. Regierungskräfte als Provokateure auftreten, um die friedlichen Demonstranten zu diskreditieren. Sicher ist, dass ganz unterschiedliche Menschen mit ganz unterschiedlichen persönlichen oder Gruppenzielen (darunter z.B. auch nationalistische Kräfte – aber das scheint mir eine Minderheit zu sein) an den Demonstrationen beteiligt sind. Die oppositionellen Kräfte schwächen sich gegenseitig dadurch, dass sie nur das ‚Gegen Janukowitsch’ einigt, nicht aber die Formulierung eigener gemeinsamer Ziele. Das Misstrauen der einen gegen die anderen ist groß und die Kunst des politischen Kompromisses als Handlungsgrundlage ist in der Kultur des Landes nicht eingeübt. Unsere evangelisch-lutherische St. Katharinenkirche Kiew liegt in unmittelbarer Nähe zum Präsidentenpalast; Pastor Ralf Haska, der dort Dienst tut, berichtete mir von verstopften Straßen, von schwerbewaffneten Sicherheitskräften und davon, dass es zeitweise unmöglich war, etwa mit dem Auto aus dem Viertel herauszukommen. Die Gemeinde lädt zu Friedensgebeten, zum Verweilen und zum Ausruhen ein; Tee, belegte Brote und Suppe sind bei Minusgraden sowohl bei Demonstranten wie bei Sicherheitskräften willkommen.

Pfarrer Uland Spahlinger, bisher Bischof der Ev.-Luth. Kirche Ukraine, wird wie geplant nach 5 Jahren Tätigkeit in Odessa und in der Ukraine das Amt erstmals in die Hände eines Geistlichen übergeben, der im Land geboren und aufgewachsen ist. Spahlinger, der auch Einzelmitglied unserer Gemeinschaft ist, wird zum 1. Mai eine neue Aufgabe als Dekan von Dinkelsbühl beginnen – wir wünschen ihm und seiner Frau Gottes Segen und Kraft für den Neuanfang!

Wir sind traurig über den Tod unseres Mitgliedes Dr. Wernfried Fieber aus Halle/Saale, der am 2. Februar 2014 nach einiger Krankheitszeit im Alter von 74 Jahren gestorben ist.
Als katholischer Vertreter im Leitungskreis unserer Gemeinschaft hat er in ökumenischer Weite sowohl die Stimme seiner Kirche zu Gehör gebracht, als auch stets darauf hingewiesen, dass unsere Gemeinschaft seit ihren Anfängen eine gesamtdeutsche Gemeinschaft ist.

In der Vorweihnachtszeit besuchten – jeweils zu zweit – Mitglieder des Nagelkreuzzentrums Kiel Flüchtlingsfamilien, die überwiegend dem syrischen Bürgerkrieg entkommen waren. Wir wollten ihnen nach widriger Flucht aus ihrer Heimat ein Willkommen in Kiel bereiten, indem wir ihnen Spielzeug sowie Teller mit Obst und Keksen mitbrachten. Als Symbol für ein friedliches Miteinander von Deutschen und Flüchtlingen und die Hoffnung auf Frieden in ihrem Land zündeten wir mit ihnen das Friedenslicht von Bethlehem der Pfadfinder an.
Zu unserer freudigen Überraschung wurden wir von allen Familien herzlich aufgenommen und erlebten so unsererseits deren Gastfreundschaft. Die erfreulichen Begegnungen waren eine Ermutigung zu weiteren Aktivitäten. So bildete sich zum Jahresanfang 2014 der „Freundeskreis für Flüchtlinge in Kiel“, der in Zusammenarbeit mit dem für die Aufnahme und Unterbringung in Kiel verantwortlichen „Christlichen Verein“ die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit koordinieren wird. Als Nächstes werden Ende Februar Flüchtlingsfamilien zu einem gemeinsamen Essen eingeladen, um im respektvollen gegenseitigen Umgang auf Augenhöhe beim Einleben zu begleiten. Ob es gelingt? Wir vom Nagelkreuzzentrum Kiel sind zuversichtlich und sehen uns geistlich verbunden mit der Versöhnungslitanei: „Unsere mangelnde Teilnahme an der Not der Gefangenen, Heimatlosen und Flüchtlinge: Vater Vergib.“

Ein Impuls von Günter Demnig, dem Künstler der „Stolpersteine“, der sich dafür 2013 den Magdeburger Lothar-Kreyssig-Friedenspreis mit Helmut Morlok, dem Architekten der Jugendbegegnungsstätte im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz teilte: „Man stolpert mit dem Kopf und mit dem Herzen.“

In Potsdam hat Pfarrerin z.E. Juliane Rumpel nach drei Jahren ihren Entsendungsdienst an der Garnisonkirche beendet. Sie ist Mitte Januar in ihre neue Pfarrstelle in Wilmershorst und Langerwisch eingeführt worden. Wir wünschen zum Neuanfang Gottes Segen und Liebe zur neuen Arbeit. Unserer Gemeinschaft bleibt sie persönlich verbunden. In der Garnisonkirche finden die Gottesdienste weiterhin statt, eine Neubesetzung wird derzeit noch gesucht.

Ein Rückblick auf die Podiumsdiskussion „Deutsche Waffenexporte“ am 17.01.2014 in der Ev. Kirchengemeinde Berlin-Alt Pankow.
Etwa 50 Gäste hörten gespannt der Diskussion zu, die vom Journalisten Gerhard Rein vom Pankower Friedenskreis moderiert wurde. Die Generalsekretärin der katholischen Friedens- initiative Pax Christi, Christine Hoffmann, ließ in ihrem Plädoyer gegen jede Art von deutschen Waffenexporten in alle Welt keinen Zweifel an der Unrechtmäßigkeit im Sinne des Artikels 26 des Grundgesetzes, auch an der Überflüssigkeit von Waffen per se. Nationale Sicherheiten hängen nicht von der Qualität der Aufrüstung einer Nation ab, sondern von der frühzeitigen internationalen Wahrnehmung von Konflikten und dem „langen Atem“ zu Friedens- und Versöhnungsgesprächen. Als Vertreterin der überkonfessionellen Friedensarbeit ‚Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel’ setzte sie sich leidenschaftlich für die Änderung des Artikel 26, Absatz 2 unseres Grundgesetzes hinsichtlich des Genehmigungsverfahrens von Waffenexporten ein, nach dem ‚Zur Kriegsführung bestimmte Waffen … nur mit Genehmigung der Bundesregierung hergestellt, befördert und in Verkehr gebracht werden’ dürfen. Da darüber in der Praxis nur der Sicherheitsrat mit der Bundeskanzlerin – und nicht das Parlament – entscheidet, fehlt Christine Hoffmann die erwünschte Transparenz.
Der Überlegung, dass die parlamentarischen Kontrolle künftig auszuweiten sei, schloss sich der Leitende evangelische Militärdekan Helmut Jakobus aus Berlin an. Er betonte aber, dass seine Aufgabe die Seelsorge unter den Soldaten ist. Das Versöhnungszeichen des Nagelkreuzes, das Soldaten im Kunduz für ein paar Wochen begleitete, sollte den Gedanken wecken, Versöhnung zu suchen. Die Eindeutigkeit dieser Botschaft in Afghanistan wurde im Plenum kontrovers diskutiert. Das Nagelkreuz im Kosovo sei hingegen als Symbol für Frieden und Verständigung der Völker erkennbar gewesen.
Die drei Podiumssteilnehmer waren sich einig, dass konsequenter Pazifismus politisch und aus der eigenen Gewissensverantwortung heraus zu leben schwierig ist. Bei der Komplexität internationaler Konflikte sei dies nicht immer möglich.