Peace and Reconciliation

In dem polnischen Nagelkreuzzentrum der Dreifaltigkeitskirche Lublin ist seit Spätsommer Pfarrer Grzegorz Brudny ins Amt eingeführt.
Pfarrer Dariusz Chwastek hat im Februar 2013 neue Aufgaben in Warschau an der Auferstehungskirche übernommen. Beiden gilt unser herzlicher Gruß – Gott möge sie in ihrer Arbeit segnen.

Die Nagelkreuzgemeinschaft auf dem Kirchentag

01.-05.05.2013

“Die Nagelkreuzgemeinschaft war wohl noch nie so deutlich auf einem Kirchentag vertreten wie dieses Mal in Hamburg”, stellt Vorsitzender Oliver Schuegraf fest:

Britta Däumer hat mit ihrem Team auf dem Markt der Möglichkeiten viele gute Gespräche geführt und 800 Nagelkreuze gebastelt. Auch Pastor Frank Engelbrecht ist glücklich mit dem Kirchentagsbeginn in St. Katharinen mit einer Versöhnungsstunde mit Blues, Jazz und Gebet, bei der auch die Band aus der Kaliningrader Nagelkreuzarbeit mitwirkte. Roland Ganninger aus Pforzheim ist mit der Präsentation des Riesenpuzzle auf der Bühne am Fischmarkt sehr zufrieden, die Löwensteiner und Sachsenheimer haben sich sehr beim Feierabendmahl mit 110 Gottesdienstbesuchern eingebracht, und in fünf Tageszeitgebeten an verschiedenen Orten wurde die Versöhnungslitanei von Coventry mit insgesamt rund 500 Menschen gebetet.

Noch nie so deutlich auf einem Kirchentag vertreten.

Der Gottesdienst mit Abendmahl nach der Meissen-Liturgie in der St.-Thomas-Beckett-Kirche wurde von der Nagelkreuzgemeinschaft mit verantwortet. Dieser Gottesdienst mit Bischof Dr. Friedrich Weber und Bischof Nick Baines (der Prediger im Schlussgottesdienst) war sehr gut besucht, das Erleben der ökumenischen Gemeinschaft mit dem Gebet der Versöhnungslitanei von Coventry war sehr bewegend.

Kerry Beaumont, der Musikdirektor der Kathedrale von Coventry, wirkte mit den Boys Choristers auch an zwei Aufführungen des War Requiem von Benjamin Britten unter Leitung von Thomas Dahl (St. Petri) und Andreas Fischer (St. Katharinen) mit.

Peace and Reconciliation

Am Samstag, den 19. Januar 2013, wurde Rev. Canon John Witcombe in einem Festgottesdienst als Pfarrer der St. Michaels Kirche und neuer Dean an der Kathedrale zu Coventry eingeführt. John Witcombe war bislang in Gloucester tätig, wo er u.a. für das liturgische und spirituelle Leben an der Kathedrale zuständig war. Er ist der fünfte Dean seit der Weihe der neuen Kathedrale im Jahre 1962.

Fast 500 Menschen hatten es dem Schnee und Eis getrotzt und es zum Gottesdienst geschafft. Auch viele von John Witcombes bisherigen Kollegen aus Gloucester hatten die Anreise bewältigt. Auf Grund der Wetterverhältnisse gelang es jedoch nicht allen, am Gottesdienst teil zu nehmen, beispielsweise kamen OKR Dr. Oliver Schuegraf als Repräsentant der Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland sowie der Vertreter der Deutschen Botschaft in London leider nicht bis Coventry.

Vor Gottesdienstbeginn versammelten sich Bischof Christopher von Coventry, die Domkanoniker, sowie weitere Geistliche in der Chapel of Christ the Servant, um als Zeugen dem Installationsversprechen von John Witcombe beizuwohnen, so wie es das Kirchenrecht der Kirche von England vorsieht.

Mit seinem Amtsantritt als neuer Dean von Coventry Cathedral ist John Witcombe nicht nur für die Gemeinde an der Kathedrale verantwortlich und hat Aufgaben für die Diözese zu übernehmen, sondern er ist auch Dean der weltweiten Nagelkreuzgemeinschaft. Auf eine entsprechende Frage von Bischof John von Warwickshire, dem Präsidenten der englischen Nagelkreuzzentren (in Vertretung für Oliver Schuegraf), versprach John Witcombe der Nagelkreuzgemeinschaft in „Liebe, Freundlichkeit und Vergebung zu dienen“.

Auch in seiner ersten Predigt als Dean bezog John Witcombe sich auf die Ziele der Nagelkreuzgemeinschaft: 1) Wunden der Geschichte zu heilen; 2) Lernen, mit Unterschieden zu leben und Vielfalt zu feiern sowie 3) eine Kultur des Friedens zu schaffen. Besonders das zweite Ziel stellte er als wichtigen Grundgedanken für die Gemeinschaft heute heraus.

Die ASF-Freiwillige Felicitas Elisabeth Weileder 2012 in ihrem Abschlussbericht über ihre Zeit in Coventry:

„…Im vergangenen Jahr habe ich meinen Horizont enorm erweitert. Meine Ansichten wurden massiv in Frage gestellt, ich habe viel über andere Kulturen und Religionen erfahren. Die Arbeit in Coventry konzentrierte sich, wie die von Aktion Sühnezeichen, auf die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Ich hab eine Menge über Geschichte, vor allem die Geschichte des Zweiten Weltkrieges, gelernt.

Dabei ging es immer um mehr als nur den Umgang mit Geschichte. In monatlichen Studiengruppen ging es um Konzepte der Versöhnung für unterschiedliche Kulturen und Religionen zu unterschiedlichen Zeiten. Wir haben gemeinsam die Theologie von Versöhnung und Sühne studiert und ich hatte die Chance, alltägliche Versöhnungsarbeit in Nordirland zu erleben.

Vor einem Jahr hätte ich mir nicht träumen lassen, mit Freuden fast täglich in die Kirche zu gehen. Und ich hätte mir nicht träumen lassen glücklich dabei zu sein, meine eigenen Überzeugungen in Frage stellen zu lassen und dabei eine Menge von ihnen zu verändern. Für die Möglichkeit, ein Jahr in Coventry verbracht haben zu dürfen, bin ich sehr dankbar. Ich werde Coventry Cathedral sehr vermissen…“

 

In einem festlichen Gottesdienst wurde am 3. Advent die St. Paul und Peter-Kirche (Herderkirche) von Canon David Porter und unserem Schriftführer Jost Hasselhorn in die Nagelkreuzgemeinschaft aufgenommen. Auch die Leitungskreismitglieder Kurator Lothar Schmelz, Erfurt, und Pfr.i.R. Hartmut Ebmeier sowie Pfrn. z.E. Juliane Rumpel, Potsdam haben den Gottesdienst mitgefeiert. Der besondere Versöhnungsauftrag, der in Weimar nun von Superintendent Henrich Herbst und Pfarrer Sebastian Kircheis anzugehen sein wird, liegt begründet in der Geschichte 1933 bis 1945, mit der Besonderheit des vor den Toren Weimars liegenden Konzentrationslagers Buchenwald.

Leitungskreis Nagelkreuzgemeinschaft

„Führt einen harten Kampf der Liebe um der Armen willen.“

Mit diesen Worten hat Paul Oestreicher dem neuen Vorsitzenden der deutschen Nagelkreuzgemeinschaft die Aufgabe der nächsten Jahre ans Herz gelegt – die Versöhnungsarbeit in Deutschland zu gestalten. Der ehemalige Domkapitular und Leiter der Versöhnungsarbeit der Kathedrale von Coventry predigte am 15. Oktober 2011 in der Erfurter Augustinerkirche. Der Abendmahlsgottesdienst an der Wirkungsstätte Martin Luthers war der geistliche Abschluss der Mitgliederversammlung der Nagelkreuzgemeinschaft Deutschland e.V. Über 80 Mitglieder und einige Gäste hatten zwei Tage lang in Erfurt im aktuellen Austausch die künftigen Entwicklungen der ökumenischen Versöhnungsarbeit in Deutschland und in Europa diskutiert. Für den Leitungskreis haben sich erstmals sehr viele Personen zur Kandidatur bereit erklärt. Aus dem gesamten Bundesgebiet wurden 12 Leitungskreismitglieder gewählt. Als neuer Vorsitzender der derzeit 55 deutschen Zentren wurde OKR Dr. Oliver Schuegraf, Hannover, von der Mitgliederversammlung bestätigt. Der bisherige Vorsitzende Pfarrer i.R. Hartmut Ebmeier wurde als Vorsitzender im Gottesdienst in der Augustinerkirche von OKR Dr. Schuegraf verabschiedet. Pfr. Ebmeier wird nach zwölf Jahren des Vorsitzes innerhalb des Leitungskreises noch für Aufgaben der Gemeinschaft zur Verfügung stehen. Dem neuen Vorsitzenden gratulierten im Anschluss des Gottesdienstes u. a. Emma Griffith, Mitarbeiterin der Kathedrale Coventry, und Dean Mark Pendleton, Vorsitzender der nordamerikanischen Nagelkreuzarbeit.

Internationales Netzwerk für Versöhnung

05.07.2012-12.07.2012 – Coventry (Vereinigtes Königreich)

Die 4. Internationale Jugendkonferenz fand – anlässlich des 50jähigen Jubiläums der St.-Michels-Kathedrale – in Coventry statt. Für die siebenköpfige deutsche Delegation berichtet Julia Schmidt-Lewerkühne aus Kiel:

“Ein Team von Freiwilligen, die in Coventry für die Nagelkreuzgemeinschaft arbeiteten, hatte die Konferenz und das umfassende Programm vorbereitet und begleitete und umsorgte die Gruppe. Wir wurden sehr freundlich aufgenommen und auch in der Kathedrale sehr herzlich begrüßt, wobei immer wieder betont wurde, wie viel Hoffnung ins uns als junge Generation, als „Generation of Hope“, gesetzt wird, dass wir uns für den Aufbau einer Friedensgesellschaft einsetzen.

In den Tagen der Konferenz erläuterte David Porter die drei Schritte der Versöhnungsarbeit und zeigt dabei die Probleme auf, die den Weg zur Versöhnung oft erschweren. Uns wurde schnell bewusst, wie komplex diese Arbeit ist und dass es eine ständige Aufgabe ist, nach Frieden und Versöhnung zu streben. Daher fand ich es erleichternd in einem Seminar von Andrew Smith praktische, leicht umsetzbare Tipps zu erhalten, wie ein friedliches, respektvolles Miteinander gestaltet werden kann. So ging es darum, neue Wege zu finden, über die eigene Religion zu sprechen. Statt der ewigen konfliktträchtigen Frage, welche Religion nun die bessere sei, solle man lieber die persönliche Frage stellen, was denn das Beste daran sei Christin, Muslim oder Hindu zu sein. Diese Anregung setzten wir bei unseren Besuchen in den verschiedenen Gebetshäusern (Hindutempel, Gudwara, Moschee) in die Tat um und erhielten sehr interessante Antworten.

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Gedenkstätte & Nagelkreuzzentrum KZ Dachau

Am 8. Mai 2012 werden die Evangelische Versöhnungskirche Dachau und die Katholische Seesorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau gemeinsam in die internationale Nagelkreuzgemeinschaft aufgenommen. Zu dem ökumenischen Gottesdienst um 19.00 Uhr sind alle Zentren und Mitglieder der deutschen Nagelkreuzgemeinschaft eingeladen. Hier ein Auszug aus der Einladung:

Am 8. Mai 2012, dem 67. Jahrestag des Kriegsendes und der Befreiung von der national­sozialistischen Gewaltherrschaft, kommt Canon (Domkapitular) David Porter zu uns in die KZ-Gedenkstätte Dachau. Er leitet an der Kathedrale von Coventry die Versöhnungsarbeit und bringt uns deren Symbol: ein Nagelkreuz. Die Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau und die Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenk­stätte Dachau werden damit gemeinsam Teil der Nagelkreuzgemeinschaft. Freitags um 12.30 Uhr laden wir ab dem 11. Mai 2012 zum ökumenischen Versöhnungsgebet unter dem Nagelkreuz von Coventry in die Versöhnungskirche ein, von wo aus wir während der Andacht manchmal das Nagelkreuz in die benachbarte katholische Todesangst-Christi-Kapelle tragen werden.
Wir laden Sie ganz herzlich zum ökumenischen Gottesdienst zur Übergabe des Nagelkreuzes am Dienstag, 8. Mai 2012, 19 Uhr, in die Versöhnungskirche ein. Zu unserer großen Freude wird neben Canon David Porter auch Oberkirchenrat Dr. Oliver Schuegraf, Vorsitzender der Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland, mitwirken.
Im Anschluss gibt es bei einem kleinen Empfang Informationen von Canon David Porter über die Internationale Nagelkreuzgemeinschaft und das große „Golden Jubilee“, das in diesem Jahr in Coventry zum 50. Jahrestag der Einweihung der neuen Kathedrale gefeiert wird. Zudem würden wir uns freuen, wenn sich beim Empfang Menschen bei uns melden, die an der Mitgestaltung der wöchentlichen Versöhnungsgebete interessiert sind.

Peace and Reconciliation

Tief betroffen mussten wir Kenntnis nehmen, dass unser Mitglied Dr. Franz von Hammerstein am 15.August 2011 kurz nach seinem 90.Geburtstag am 6.Juni 2011 von Gott heimgerufen wurde. Dass sein Tod den in diesem Freundesbrief vorgesehenen Glückwunsch zum 90.Geburtstag nun einen Nachruf werden lässt, betrübt uns sehr. Haben wir mit ihm doch einen der engagiertesten Streiter „im Dienst der Versöhnung“ und einen der Gründerväter der Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland verloren.

Als Leiter des Sozialpfarramtes und der evangelischen Industriejugend in Berlin unterstützte er frühzeitig die gesamtdeutsche Aktion Sühnezeichen, deren Generalsekretär in Westdeutschland er von 1968 bis 1975 war. Seit 1972 war er Mitglied der Internationale der Kriegsdienstgegner/innen (IDK). Er war Vorsitzender der Stiftung West-Östliche Begegnungen und wirkte im Arbeitsausschuss der Stiftung „Topographie des Terrors“ mit. In Russland unterstützte er die Initiative „Memorial“ (Opfer deutscher Okkupation und des Stalinismus) und war intensiv am jüdisch-christlichen Dialog beteiligt. Im Jahre 2001 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz und im Jahre 2003 gemeinsam mit Günter Särchen und Richard Nevermann der Lothar-Kreyssig-Friedenspreis verliehen.

Mit seiner Familie sind wir dankbar, etwas von seinem reich gesegneten Leben mitbekommen zu haben, und wir danken Gott dafür, dass Er in ihm hat spürbar und erkennbar werden lassen, was es heißt, im Dienst der Versöhnung zu stehen und dem Frieden zu dienen.

Seine Verbundenheit mit dem Dienst der Kathedrale von Coventry und der weltweiten Nagelkreuzgemeinschaft zeigte er bis in sein Sterben: Er wurde in der Robe eines Companion of the Community of the Cross of Nails ins Grab gelegt.
Mit seiner Familie trösten wir uns in der Gewissheit, „dass er nicht nur nachjagte, ob er es auch ergreifen möchte, nachdem er von Christus ergriffen war“ (so in Anlehnung an seinem Konfirmationsspruch Philipper 3,12), sondern dass er ihn auch ergriffen hat: „den Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus“ ( so in Philipper 3,14.)“ und so gedenken wir seiner wenn auch traurig, so doch nicht ohne Hoffnung.

James Diamond - Ehrenmitglied der Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland e. V.

In großer Betroffenheit geben wir zur Kenntnis, dass unser Ehrenmitglied und langjähriger Präsident der Nagelkreuzgemeinschaft in Nordamerika Dean em. James Diamond – früher Christchurch Cathedral Cincinnati/USA – nach einer mehrtägigen Lungenentzündung am Donnerstag, den 21.Juli 2011 in seinem Haus in Andover verstorben ist. Dankbar dafür, dass wir ihn gehabt haben, beten wir darum, dass Gott vollenden möge, was in seinem Leben Gottes gutem Willen entsprach und dass er vergeben möge, was nicht recht war vor Ihm. Und für seine Frau Barbara bitten wir Gott um die Kraft Seines Heiligen Geistes, dass sie ihn, wenn auch traurig, so doch nicht ohne Hoffnung am Montag, den 25. Juli 2011 hat zu Grabe tragen können. Wir gedenken unseres verstorbenen Bruders und seiner Frau im Vertrauen auf die Wahrheit der biblischen Losung vom 4. August 2011: „Die Gott vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen; die er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht, die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht“ (Römer 8,30).