Nachrichten der Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland e. V..

Die Nagelkreuzgemeinschaft in Löhnen-Mahnen geht einen wichtigen Schritt der Nachbarschaft mit den vor Ort lebenden Muslimen: Wenn Moslems in Löhne sterben, dann besteht bisher keine Möglichkeit, diese Menschen nach ihren religiösen Überzeugungen zu bestatten. Das soll sich ändern.
In Löhne leben die Muslime inzwischen in der dritten Generation. Viele sind deutsche Staatsbürger. Löhne ist ihre Heimat, hier wollen sie auf muslimische Weise bestattet werden. „Grundsätzlich stehen alle Presbyterien der Kirchengemeinden dem Anliegen positiv gegenüber.“ bestätigt Pfarrer Eckhard Teismann. Der christliche Friedhof wird um ein muslimisches Gräberfeld erweitert werden. Dort werden dann nur Muslime bestattet. Die Verstorbenen müssen gen Mekka (im Sarg oder ohne Sarg) bestattet werden. Bilder und Skulpturen von Lebewesen sind nach muslimischer Tradition nicht erlaubt.

In der Wallonisch-Niederländischen Gemeindearbeit in Hanau ist an die Seite von Pfarrer W. Torben Telder nun Pfarrerin z.A. Anja Berezynski getreten – wir wünschen ihr für die kommende Arbeit in der Kathinka-Platzhoff-Stiftung in Hanau Gottes guten Segen.

In Erfurt im Augustinerkloster geht in diesen Tagen der Kurator Lothar Schmelz in den Ruhestand. Wir verabschieden uns nicht von ihm, denn er wird weiterhin im Leitungskreis an unserer Gemeinschaft mitwirken. Zum 1. November 2013 tritt Herr Carsten Fromm seine Nachfolge an. Da Carsten Fromm schon seit langem zu denen gehört, die das Versöhnungsgebet vor Ort gestalten, wissen wir unsere Anliegen gut aufgehoben. Gottes Segen für seinen neuen Wirkungskreis!

Das Nagelkreuzzentrum Pankow lädt ein zu einem Öffentlichen Podiumsgespräch zum (vorläufigen) Thema „Zwangsläufigkeit von Rüstung/Rüstungsexporten und Bundeswehreinsätzen?“. Als eine Disputantin wurde Christine Hoffmann (Pax Christi und zugleich Aktion Aufschrei- Stoppt den Waffenhandel) gewonnen, für den Part der Gegenrede gibt es noch keine Zusage. Die Veranstaltung beginnt am Freitag, 17. Januar 2014, um 18 Uhr mit einer Nagelkreuzandacht in der Kirche Alt-Pankow.

In Neuendettelsau wird jetzt auch jeden Freitag das Mittagsgebet der Diakonischen Gemeinschaft mit der Versöhnungslitanei von Coventry gestaltet. Roswitha Buff, Einzelmitglied unserer Nagelkreuzgemeinschaft, ist dort die Leiterin der Diakonischen Schwestern- und Brüderschaft, in der sich etwa 180 Menschen engagieren und sich untereinander verbunden wissen. Bei einem Informationstreffen zu unserer Gemeinschaft hatte unsere Companion Hannelore Schüller (Nürnberg) vor über 30 Interessierten über unsere Arbeit erzählen können.

Die vier Dresdner Nagelkreuzzentren beginnen gemeinsam mit „Gesprächen am Nagelkreuz“, bei denen in entspannter Atmosphäre Menschen eingeladen sind zu intensiverem, persönlichem Gespräch. Das erste Gespräch am Nagelkreuz wird am Samstag, 2. November um 15.00 Uhr in der Diakonissenanstalt Dresden beginnen zum Thema „Die vergessenen Kriegsopfer in Osteuropa – am Beispiel Russlands“. Impulsgeberin ist Dr. Hannelore Danders von der Kriegsveteranenhilfe Dresden e.V.

In Magdeburg wird am Sonntag, 3. November um 15 Uhr in der Johanniskirche Michael Seils (55) aus seinem Amt als Superintendent verabschiedet. Die Entscheidung über die Nachfolgerin oder den Nachfolger ist zur Zeit noch nicht getroffen. Seils wird die vakante Pfarrstelle an der St.-Trinitatis-Kirche in Gommern (etwa 20 km südöstlich von Magdeburg) übernehmen. Für sein weiteres Wirken wünschen wir ihm Gottes Segen!

In Hofgeismar hatten sich rund 90 Menschen zur Mitgliederversammlung der Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland versammelt. Es war die erste Mitgliederversammlung unter dem Vorsitz von OKR Dr. Oliver Schuegraf (Hannover) und unter der Vorbereitung des in Erfurt gewählten Leitungskreises. Die Entwicklungen in Deutschland sind positiv vom Vorsitzenden beschrieben worden. Internationale Gäste aus Großbritannien, Amerika, Polen, den Niederlanden und Österreich prägten die Begegnungen und die guten Gespräche. Die Mitgliederversammlung verabschiedete eine um Notwendiges veränderte Satzung, erhöhte den Beitrag für Einzelmitglieder ab 1. Januar 2015 von 20 Euro auf 30 Euro, und bestätigte das Budget des Vereins für 2014.

Zugleich wurden erste Verabredungen getroffen, wie am 1. August 2014 eine Versöhnungsstimme in die Erinnerung an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges 100 Jahre zuvor durch die deutschen Nagelkreuzzentren gebracht werden soll (dazu ergeht demnächst ein Brief an alle Nagelkreuzzentren). Schließlich wurde festgehalten, dass die nächste Jugendbegegnung der Nagelkreuzgemeinschaft für 2015 in Erfurt geplant ist.

Das europaweite einheitliche Zahlungsverfahren für Europazahlungen (Single Euro Payments Area = SEPA) betrifft auch die Nagelkreuzgemeinschaft. Ab dem 01.01.2014 sind für Zahlungen auf das Konto der Nagelkreuzgemeinschaft anstelle von Bankleitzahl und Kontonummer IBAN und BIC-Code erforderlich. Die 104 Mitglieder, die ihren jährlichen Beitrag per Lastschriftverfahren einziehen lassen, brauchen nichts zu veranlassen, die Umsetzung der Einzugsdaten erfolgt automatisch. Sie erhalten bis zum Jahresende noch ein Informationsschreiben, das die Einzelheiten der SEPA-Umstellung beschreibt. Alle anderen, die Geld an den Verein überweisen wollen, finden die Bankverbindung der Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland e. V. hier.

Impuls:

„Was keiner wagt, das sollt ihr wagen // was keiner sagt, das sagt heraus //
was keiner denkt, das wagt zu denken // was keiner anfängt, das führt aus. //

Wenn keiner ja sagt, sollt ihr es sagen // wenn keiner nein sagt, sagt doch nein //
wenn alle zweifeln, wagt zu glauben // wenn alle mittun, steht allein. //

Wo alle loben, habt Bedenken // wo alle spotten, spottet nicht //
wo alle geizen, wagt zu schenken // wo alles dunkel ist, macht Licht.“

(Text: L. Zenetti, auch von K. Wecker gesungen)

Am 5. Oktober 2013 traf sich die Region Mitte unserer Nagelkreuzgemeinschaft in dem Gemeindehaus St. Norbert in Halle. Die 16 Teilnehmenden haben, dies als Fazit vorweggenommen, wertvolle Impulse aus dem Treffen mitgenommen.
Neben dem Austausch von aktuellen Geschehnissen aus den einzelnen Nagelkreuzzentren gaben die Anwesenden auch Ausblicke auf die zukünftigen Veranstaltungen in ihren Zentren. Hauptthema dieses Treffens war jedoch das Referat von Pfarrer Christian Dietrich zu dem Thema „Kirchliche Diaspora nach 1945“, also seine Sicht zur kirchlichen Situation vor Ort. Im Osten Deutschlands, so Pfarrer Dietrich, leben weniger als 25 % Christen, davon sagen 10%, dass sie nicht an Gott glauben. 50% der Menschen im Osten haben ein sehr distanziertes Verhältnis gegenüber dem Christentum. Dietrich schloss sich einem Votum des Erfurter Philosophieprofessors Dr. Eberhard Tiefensee an: Anerkennung der Nichtchristen und Anerkennen der Meinung dieser Menschen sollte eine verbindliche Grundlage sein. Das heißt, als Kirche auf Augenhöhe den Nichtchristen zu begegnen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Dies sei eine Zukunftsaufgabe.

Auf Wunsch können Sie das Referat über Lothar.Schmelz@web.de erhalten.

Nachsatz: Pfarrer Christian Dietrich hat 1985 am kirchlichen Proseminar in Naumburg sein Abitur und Studium absolviert. U. a. war er Leiter des Friedensarbeitskreises Naumburg, 1985 Mitbegründer des Arbeitskreises Solidarische Kirche, 1989 Geschäftsführer Demokratischer Aufbruch, Leitungskreismitglied Neues Forum, 1991 Mitgründer Archiv Bürgerbewegung Leipzig und seit 2000 Pfarrer in Nohra.