Zwei Nagelkreuze für Plauen

Wir freuen uns, am 10. April 2021 in die internationale Nagelkreuzgemeinschaft aufgenommen worden zu sein. Per Video-Botschaft hieß uns Dean John Witcombe aus dem Baptisterium der Kathedrale St. Michael in Coventry herzlich willkommen. Er erinnerte an die gemeinsame Geschichte der Zerstörung unserer Städte. OKR Dr. Oliver Schuegraf hatte sich als Vorsitzender der Deutschen Nagelkreuzgemeinschaft auf den Weg nach Plauen begeben, um die Aufnahmeliturgie (siehe Foto) im Ökumenischen Gottesdienst zu vollziehen.

Ein Blick von der Orgelempore verdeutlicht, unter welchen Umständen dieser Gottesdienst gefeiert wurde. 130 Besucherinnen und Besucher saßen mit großem Abstand in der ganzen St.-Johannis-Kirche verteilt.

Mit Interesse verfolgten sie die Predigt von Dr. Oliver Schuegraf, in der er anhand der drei Leitbilder der Nagelkreuzgemeinschaft aufzeigte, in welcher Vielfalt Versöhnung in den verschiedenen Orten auf dieser Erde gelebt wird.

Das Nagelkreuz zu empfangen, ist nicht nur eine Ehre, sondern auch eine Aufgabe, die durch Kommunikation in der vorfindlichen Verschiedenheit auf Augenhöhe bewältigt werden will. Feierliche, nachdenkliche und tänzerische Musik unter Leitung von Kantor Heiko Brosig umrahmte den Gottesdienst.

Seit drei Jahren erleben alle, die sich mittwochs um 18.00 Uhr zum Gebet für die Stadt versammeln auch den Rhythmus des Versöhnungsgebetes von Coventry als heilsam. Wir spüren, dass wir dabei mit allen anderen Nagelkreuzzentren dieser Erde verbunden sind und dass Christus uns weiter geleiten wird in eine friedvollere Welt. Gert Müller, Vorsitzender des Vogtländischen Bergknappenvereins e.V. nahm am Ende des Gottesdienstes das Wandernagelkreuz entgegen.

Es fand im Anschluss an den Gottesdienst seinen Platz auf einer vorbereiteten Stele im Luftschutzmuseum Meyerhof. Hier hatten auf den Tag genau vor 76 Jahren viele Plauener Schutz vor den schwersten Bombenangriffen kurz vor Kriegsende gefunden. Das Wandernagelkreuz wird während der Friedensdekade vom 7.-17. November 2021 in der Lutherkirche stehen, um dann am Buß- und Bettag bis zum 10. April 2022 in einer unserer ökumenischen Kirchen seinen Platz zu finden. Versöhnung wird auch in unserer Stadt auf vielfältige Weise gelebt und findet sich im Netzwerk „Erinnern – Versöhnen – Mahnen“ wieder. Hier finden ökumenische Partner und Vereine der Zivilgesellschaft zusammen, um mit Projekten dem Anliegen gerecht zu werden.

Pfarrerin Beatrice Rummel,
Ökumenebeauftrage im Kirchenbezirk Vogtland