Der Ökumenepreis der Katholischen Akademie Bayern geht an die Nagelkreuzgemeinschaft

Bereits letztes Jahr hat die Katholische Akademie in Bayern ihren Ökumenischen Preis an die Internationale Nagelkreuzgemeinschaft verliehen. Leider musste die Preisverleihung dann bedingt durch die Pandemie ausfallen. Nun soll der Ökumenische Preis am Samstag, 11. Dezember, dem Dean der Kathedrale von Coventry überreicht werden. Es besteht die Möglichkeit digital an dem Festakt teilzunehmen. Die Katholische Akademie streamt die Veranstaltung am 11. Dezember von 10 bis ca. 12 Uhr live. Wenn Sie daran teilnehmen wollen, benützen Sie folgenden YouTube-Link – Sie brauchen sich dafür nicht eigens anzumelden oder zu registrieren:

Zur Preisverleihung kommt der Vorsitzende der Internationalen Nagelkreuzgemeinschaft, Dean John Witcombe aus Coventry. Die Laudatio hält der Bischof von Coventry, Dr. Christopher Cocksworth. Kardinal Marx wird traditionell ein Schlusswort sprechen. Der Bayerische Rundfunk trägt einen kurzen Film über Coventry bei, und OKR Dr. Oliver Schuegraf, der Vorsitzende der Deutschen Nagelkreuzgemeinschaft, wird einige Zentren der in Deutschland stark vertretenen Bewegung vorstellen. Musikalisch gestaltet wird der Vormittag von den Singphonikern.

Nach dem Festakt wird der Bayerische Rundfunk gegen 13 Uhr eine etwa einstündige Podiumsdiskussion zum Thema „Erinnerungskultur“ mit Bischof Dr. Christopher Cocksworth, Prof. Dr. Aleida Assmann und ORK Dr. Oliver Schuegraf aufzeichnen, die von der BR-Journalistin Eva Lell moderiert und im Dezember bei BR alpha ausgestrahlt wird.

In der Preisbegründung heißt es, dass die Internationale Nagelkreuzgemeinschaft mit dem Ökumenischen Preis ausgezeichnet, weil sie als weltweites, ökumenisches Netzwerk sich in enger Verbindung zur Kathedrale von Coventry für Frieden und Versöhnung einsetzt. Damit wollte die Katholische Akademie letztes Jahr – im Jahr des Brexits – bewusst auch die christlich motivierte Aussöhnung zwischen Briten und Deutschen als Vorbild würdigen für vielfältige Formen der Versöhnungsarbeit über Konfessionsgrenzen hinweg. Aussöhnung auf dem tiefgründenden Fundament der christlichen Botschaft ist angesichts anwachsender politischer, gesellschaftlicher und religiöser Verwerfungen heute so wichtig wie vor 80 Jahren. Der Vorsitzende der deutschen Nagelkreuzgemeinschaft sagt dazu: „Wir freuen uns, dass die Arbeit der Internationalen Nagelkreuzgemeinschaft durch die Preisverleihung eine besondere Würdigung erfährt. Das Jahr 2020 gab Anlass, mit großer Dankbarkeit auf die letzten 75 Jahre zurückzublicken, in denen Aussöhnung und Freundschaften über den Kontinent hinweg entstehen konnten – nicht zuletzt dank tatkräftiger Versöhnungsimpulse wie die der Kathedrale von Coventry. Die Nagelkreuzgemeinschaft will auch in Zukunft ein Netzwerk sein, das sich in ökumenischer Weite für Versöhnung und Völkerverständigung eingesetzt angesichts neuer Formen von Fremdenfeindlichkeit und Nationalismen.“

Der Ökumenische Preis, der 1995 gestiftet wurde, ist zuletzt gemeinsam an Reinhard Kardinal Marx und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm verliehen worden, davor u.a. an die Gemeinschaft von Taizé und an Herrn Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert, eine wertvolle Unterstützung für die ökumenische Versöhnungsarbeit der Internationalen Nagelkreuzgemeinschaft und der Kathedrale von Coventry.