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„Warum ist das Versöhnungsgebet von Coventry eigentlich so kurz?“ –  dies war die überraschende Frage von Erzbischof Emeritus Desmond Tutu an die internationalen Vertreter der Nagelkreuz­gemeinschaft. „Es gibt doch noch so viel mehr Dinge, für die man Gott täglich um Vergebung bitten sollte“. Zuvor hatte der Nobelpreisträger seinen Mitarbeitenden mit beeindruckender Präzision und Ausführlichkeit die Geschichte Coventrys erzählt und dabei auch verraten, dass er das Versöhnungs­gebet von Coventry regelmäßig betet. Im anschließenden Gespräch gab Desmond Tutu bewegende Einblicke über die aktuelle Situation und die anliegenden Herausforderungen Südafrikas.

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In einigen Nagelkreuzzentren war sie schon gewesen, die Ausstellung FORGIVENESS, die eine ganze Reihe beeindruckender Geschichten erzählt von Menschen, die Vergebung und Aussöhnung suchen. Die Ausstellung – unter der Schirmherrschaft von Desmond Tutu – macht nachdenklich über Gewalt und Gewaltverzicht, Erinnern und Vergeben.
Inzwischen kann man diese Ausstellung in deutscher Sprache (derzeit eingelagert in München) nur über das Londoner Büro besorgen: Rachel Bird, Tel: 00 44 (0) 20 7821 0035, rachel@theforgivenessproject.com.
Laut Angaben des Londoner Büros wird man mit Kosten von 500 Euro bei einer Woche Ausleihe bzw. 800 Euro für zwei Wochen zu rechnen haben, plus einen Transport der Tafeln. Sie machen ausdrücklich darauf aufmerksam, dass Antragsteller mit wenigen Finanzmitteln auch einen Sonder-Rabatt eingeräumt bekommen können.

10.04.2006-22.04.2006 – Kapstadt (Südafrika)

Unter den 54 Teilnehmer aus  14 verschiedenen Ländern waren auch 19 Jugendliche aus Europa, davon 11 aus Deutschland. 

Unter dem Motto: „From tolerance to acceptance and  beyond” wurden Themen wie Gewalt, Benachteiligung & Unterdrückung diskutiert und über dessen Überwindung nachgedacht.
 Auch um die Situationen in den einzelnen Heimatländern, vor allem von Kinder und Jugendlichen ging es während der Konferenz. 
Schwerpunkt war jedoch die Vergangenheit Südafrikas und das Ende der rassistischen  Apartheidregierung. Nach den ersten freien Wahlen vor 11 Jahren hat sich die selbsternannte Regenbogennation in ein aufstrebendes, demokratisches Land gewandelt.
 Trotz der faktischen Chancengleichheit der Gegenwart sind die tiefen Wunden der Vergangenheit noch nicht geheilt und es fällt noch schwer, gemeinsam in die Zukunft zu schreiten. Doch der Anfang ist gewagt und die Euphorie der ersten Tage unter Nelson Mandela ist noch überall zu spüren. In zahlreichen Gesprächen mit Betroffenen und Workshops zum Thema Gewalt, Rassismus, Veränderung, Gleichberechtigung und Versöhnung konnten sich die Teilnehmer ein Bild vom alten und neuen Südafrika machen. Es geht nicht darum, Schuldige zu finden oder Mitleid zu wecken, es geht darum, aus der Vergangenheit zu lernen, um die Zukunft gemeinsam zu gestalten.
 Neben vielen Begegnungen und Besuchen an Orten des Geschehens, wie Robben Island, District 6, Trojan Horse Memorial etc. ging es auch um praktische Erfahrung und Handeln. 
Zwei Tage verbrachten die Teilnehmer in einem Township, den Armenvierteln Südafrikas, 
sprachen mit Bewohnern, lernten die etwas andere Welt von Straßenkindern kennen, renovierten eine Grundschule und unterstützten die Mitarbeiter von Hope Afrika. Außerdem besuchten die Teilnehmer ein Projekt für Kinder von aidsinfizierten Eltern, welches von Archbishop Desmond Tutu ins Leben gerufen wurde.
 Highlight der Konferenz war der gemeinsame Ostergottesdienst mit Desmond Tutu, dessen Person einen tiefen Eindruck bei allen hinterließ.

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