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„Flüchtlinge sind auch Menschen – Jesus war auch ein Flüchtling!“, unter dieser Überschrift fand der 7. Mariendorfer Versöhnungstag – zugleich das Regionaltreffen der Nagelkreuzgemeinschaft in der Region Berlin – am 15. November 2014 statt. Die vielen Fachleute u.a. von Amnestie International, Asyl in der Kirche, vom Kirchenkreis und aus der Flüchtlingshilfe schilderten ihre Erfahrungen und gaben so einen guten Einblick über die Flüchtlingsproblematik.

Ein Impuls, den die rund 40 Teilnehmer gerne mit nach Hause genommen haben:

„Du wirst getrieben, von einem Strom getragen.
Flüchtling, ziellos wanderst du fort;
Du verlierst deinen Weg, so wird es dir erscheinen:
Kein bestimmter Platz ist dein zu Hause.
Du schaust weg, dein Zuhause ist verschwunden,
der Pulli, den du gestrickt hast, wird wieder aufgeribbelt,
du treibst dahin, und alle deine Ängste
suchen dich heim in dieser aus den Fugen geratenen Welt….“

(Lied von The Klezmatics, übersetzt von Robin Youett) 

Am 5. Oktober 2013 traf sich die Region Mitte unserer Nagelkreuzgemeinschaft in dem Gemeindehaus St. Norbert in Halle. Die 16 Teilnehmenden haben, dies als Fazit vorweggenommen, wertvolle Impulse aus dem Treffen mitgenommen.
Neben dem Austausch von aktuellen Geschehnissen aus den einzelnen Nagelkreuzzentren gaben die Anwesenden auch Ausblicke auf die zukünftigen Veranstaltungen in ihren Zentren. Hauptthema dieses Treffens war jedoch das Referat von Pfarrer Christian Dietrich zu dem Thema „Kirchliche Diaspora nach 1945“, also seine Sicht zur kirchlichen Situation vor Ort. Im Osten Deutschlands, so Pfarrer Dietrich, leben weniger als 25 % Christen, davon sagen 10%, dass sie nicht an Gott glauben. 50% der Menschen im Osten haben ein sehr distanziertes Verhältnis gegenüber dem Christentum. Dietrich schloss sich einem Votum des Erfurter Philosophieprofessors Dr. Eberhard Tiefensee an: Anerkennung der Nichtchristen und Anerkennen der Meinung dieser Menschen sollte eine verbindliche Grundlage sein. Das heißt, als Kirche auf Augenhöhe den Nichtchristen zu begegnen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Dies sei eine Zukunftsaufgabe.

Auf Wunsch können Sie das Referat über Lothar.Schmelz@web.de erhalten.

Nachsatz: Pfarrer Christian Dietrich hat 1985 am kirchlichen Proseminar in Naumburg sein Abitur und Studium absolviert. U. a. war er Leiter des Friedensarbeitskreises Naumburg, 1985 Mitbegründer des Arbeitskreises Solidarische Kirche, 1989 Geschäftsführer Demokratischer Aufbruch, Leitungskreismitglied Neues Forum, 1991 Mitgründer Archiv Bürgerbewegung Leipzig und seit 2000 Pfarrer in Nohra.